{"id":1356,"date":"2019-11-10T17:34:45","date_gmt":"2019-11-10T17:34:45","guid":{"rendered":"http:\/\/ginderich.de\/?p=1356"},"modified":"2019-11-10T17:35:31","modified_gmt":"2019-11-10T17:35:31","slug":"von-goerlitz-nach-ginderich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ginderich.de\/?p=1356","title":{"rendered":"Von G\u00f6rlitz nach Ginderich"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Gindericher Manfred Hellermann, im kleinen\nWallfahrtsdorf allen als Mani bekannt, hat vor ein einigen Jahren eine Liste\nmit Zielen erstellt, die der 70-j\u00e4hrige kontinuierlich abarbeitet. In\nNeudeutsch w\u00fcrde man diese Liste auch Bucket List nennen. Eines seiner Bucket\nZiele war eine Radtour quer durch Deutschland. Sein Startpunkt im s\u00e4chsichen\nG\u00f6litz in der Oberlausitz, w\u00e4hlte er nicht zuf\u00e4llig. Ein befreundeter Nachbar\nreist beruflich regelm\u00e4\u00dfig nach Polen und kommt direkt an G\u00f6rlitz vorbei. Er\nk\u00f6nnte ihn mitnehmen. Nun bestand die Aufgabe darin, die Reisepl\u00e4ne von Nachbar\nPietro mit der Langzeit Wetterprognose in Einklang zu bringen. Am Sonntag, den\n18. August ging es dann endlich los. Das E-Bike von Mani sicher im Anh\u00e4nger verstaut,\nstartete das Abenteuer erst mal mit einer l\u00e4ngeren Autofahrt. Aber auch diese\nwar alsbald \u00fcberstanden, so dass Mani nach einer \u00dcbernachtung in G\u00f6litz, seine\nRadreise am Folgetag beginnen konnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst folgte er der Lausitzer Nei\u00dfe in Richtung Norden.\nDie Nei\u00dfe ist im Osten in weiten Teilen identisch mit der Deutsch\/Polnischen\nGrenze. Bei Eisenh\u00fcttenstadt, nachdem die Nei\u00dfe in die Oder m\u00fcndet, wechselte Mani\ndas Gew\u00e4sser und fuhr an dem Oder-Spree-Kanal in Richtung Berlin. Bei seinen\nEtappenstopps an der Lausitzer Nei\u00dfe hatte er tolle Begegnungen mit vielen netten\nund zuvorkommenden Menschen. Zumeist wohnte er bei privaten Vermietern, welche\nihm, besorgt um sein leibliches Wohlergehen, am n\u00e4chsten Morgen mit \u00fcppigen\nVerpflegungspaketen auf die Reise schickten. F\u00fcrs Abendessen wechselte er auch\nschon mal auf die andere Seite der Nei\u00dfe, um sich von den Gaumenfreuden im\nbenachbarten Polen verw\u00f6hnen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von S\u00fcd-Osten her n\u00e4herte er sich dann am Abend des f\u00fcnften\nTages Berlin. Den Plan, einen alten Freud in Berlin zu besuchen, musste er verwerfen,\ndenn dieser befand sich aktuell in der Sommerfrische an der Ostsee. Also schnell\nweiter, teils entlang der Spree, durch die verkehrsreiche Stadt. Ein\nFahrradkurier half ihm dabei, die kurzzeitig im Gro\u00dfstadtdschungel verlorene\nOrientierung wiederzuerlangen. Dieser lotste Mani \u00fcber einige Kilometer durch den\nHauptstadtkern, bis ein erneutes Verfahren eigentlich nicht mehr m\u00f6glich erschien.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gro\u00dfstadt hinter sich gelassen, ging es entlang der\nHavel und dem Elbe-Havel-Kanal in Richtung Magdeburg. In Magdeburg angekommen,\nstand die Besichtigung des gotischen Doms, welcher auch gleich die Grabkirche\nvon Otto dem Gro\u00dfen ist, auf den Plan. Am n\u00e4chsten Morgen war der Mittellandkanal\nsein Begleiter in Richtung Westen. Auf dieser Etappe kam er auch direkt an den\nWerkstoren von VW in Wolfsburg vorbei. <\/p>\n\n\n\n<p>Am sog. Nasse Dreieck bei Bergesh\u00f6vede im Tecklenburger Land\nwechselte er vom Mittelland auf den Dortmund-Ems-Kanal. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Erlebnis im Emsland bereicherte sein Reisetagebuch um\neine weitere kleine Episode. Nachmittags kam er auf einem gro\u00dfen und einsam\ngelegenen Bauernhof an. Hier hatte er ein G\u00e4stezimmer f\u00fcr die Nacht gebucht.\nAnstatt von der Vermieterin, wurde er von der 5-j\u00e4hrigen Bauerntocher und ihrem\nHund empfangen. Sie forderte ihn forsch auf, dass er sich doch auf die Bank\nsetzen und ausruhen solle. Ihre Mutter w\u00fcrde irgendwann ja wiederkommen. Nach\nkurzer unruhiger Rast entdeckte Mani dann doch die vorsorgliche schriftliche\nNotiz seiner Vermieterin, dass er das Zimmer auch in ihrer Abwesenheit einfach schon\nbeziehen solle. Dieses wurde von der Kleinen dann nur trocken mit, \u201eWer lesen\nkann ist klar im Vorteil\u201c kommentiert. Die Souver\u00e4nit\u00e4t und gewitzte\nSchlagfertigkeit der kleinen B\u00e4uerin bringt Mani heute noch zum Schmunzeln. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die letzte Etappe seiner Reise wurde bei Datteln noch\neinmal der Kanal gewechselt. Entlang des Wesel-Datteln-Kanals ging es in\nRichtung Heimat. Genau nach 14 Tagen und 1.160 mit dem Rad zur\u00fcckgelegten Kilometern,\nkam Mani wieder in seinem geliebten Heimatdorf Ginderich an. Sein E-Bike hat\ndie Strecke ohne Pannen gemeistert. Lediglich einmal versagte der Akku seinen\nDienst, da aufgrund von Umleitungen die Tagesetappe dann doch l\u00e4nger ausfiel\nals geplant. F\u00fcr die Zimmerbuchungen nutze er jeweils t\u00e4glich sein Smartphone,\nwelches er seit gut einem Jahr besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Mani von seiner Reise erz\u00e4hlt, klingt ein wenig Stolz\n\u00fcber die zur\u00fcckgelegte Leistung mit. Interessant ist, dass er sich im Wesentlichen\nimmer entlang von Fl\u00fcssen und Wasserstra\u00dfen orientiert hat. Eine einfache Karte\nmit der \u00dcbersicht des Wasserstra\u00dfenschifffahrtsnetzes hat ihm ein Bekannter besorgt.\nBasierende hierauf hat er auch schon die n\u00e4chste Reise geplant. Aber daf\u00fcr muss\nes erst einmal wieder besseres Wetter werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gindericher Manfred Hellermann, im kleinen Wallfahrtsdorf allen als Mani bekannt, hat vor ein einigen Jahren eine Liste mit Zielen erstellt, die der 70-j\u00e4hrige kontinuierlich abarbeitet. In Neudeutsch w\u00fcrde man diese Liste auch Bucket List nennen. Eines seiner Bucket Ziele war eine Radtour quer durch Deutschland. 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